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Die Oberflächlichkeit der Freundschaft

Lieber Freund,
ich mag dich. Das kann ich frei heraus sagen, weil es stimmt. Wenn ich mit dir zusammen bin, dann habe ich oft dieses gute Gefühl im Bauch, das man nur hat, wenn man weiß, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Denn wir sind unschlagbar. Verbrüdert an der Theke und auf der Tanzfläche.
Aber manchmal, wenn ich etwas zu betrunken oder aber etwas zu nüchtern bin, dann verwandelt sich dieses Bauchgefühl zu etwas anderem. Meist‘ zu einer Stimme, die in meinem Kopf herumspukt und mir etwas zuflüstert, dass partout nicht verschwinden will. Eine ganze Weile habe ich diese Stimme und ihre leisen Worte vor lauter Rausch und Kater nicht verstanden, aber dann war da dieser Abend.
Du warst gar nicht da, aber ein anderer Freund, den ich genauso gern mag wie dich. Wir hatten einen schönen Abend, genauso schön wie die etlichen Abende, die wir miteinander verbracht haben, aber dann wurde er besser. Viel besser als jede einzelne Party, die wir je zusammen gefeiert haben. Und das …

212 Tage

7 Monate - 212 Tage - 5.088 Stunden - 305.280 Minuten
Manchmal kommt man an einen Punkt, an dem man resümieren muss. Einen Punkt, an dem man sich und die Situation in der man sich befindet betrachten muss. 
Ohne Emotionen und rosaroter Bille. Klar und deutlich. Hart und ehrlich. An diesem Punkt muss man sich selbst fragen: Wo bin ich? Und noch viel wichtiger: Will ich hier sein?

Ich, ich bin genau dort wo ich schon vor 212 Tagen war. Ich stehe auf demselben Fleck Erde, unbewegt. Allerdings mit dem Unterschied, dass sich alles um mich herum verändert hat. Dort wo früher einmal oben war, ist jetzt unten. Mein sicherer Hafen wurde zum offenen Meer. Freunde zu Feinden und Liebe zu Hass.
Natürlich könnte und sollte ich mich selbst fragen, warum ich mich nicht bewegt habe. Warum ich still stehe, während alle anderen vorankommen. Schließlich kennt jeder den Spruch "Stillstand ist Rückschritt". 
Ich habe eine Antwort darauf: Wenn die Welt sich um einen herum so laut und wirbelnd dreht, dann…

Schluss machen

Es liegt nicht an dir. Es liegt nicht an mir. Es liegt an uns. Beziehungsweise an dem uns das wir einmal waren. Vorwürfe bringen uns nicht weiter. Ich sage, du hast zu wenig gefragt. Du sagst, ich habe zu wenig gesagt. Inzwischen schweigen wir beide. Die Luft zwischen uns fühlt sich nicht mehr richtig an. Genauso wie die Worte. Verschwendete Worte, die sowieso nichts mehr ändern. Ich kann mich nicht mehr erklären. Habe keine Kraft mehr die Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Dafür wiegen sie zu schwer. Es ist als würdest du dich dagegenstemmen, nur um sicher zu gehen, dass ich keine Chance habe sie zu beseitigen.

Die gute Miene zum bösen Spiel brennt sich in unsere Gesichter. Dabei wissen wir es eigentlich besser. Ich bin mir sicher, dass du es auch spürst. Das Gefühl, dass das hier falsch ist. Das Treffen. All der Smalltalk, den ich so hasse. Du lachst und ich höre, dass es ein falsches Lachen ist. Humor und Lockerheit, die mich sonst ausmachen sind verschwunden. Verschluckt von der Ges…

Einfach nur Brüste

Vorab: Natürlich weiß ich, dass nicht alle Männer wie unten beschrieben sind. Fühlt euch also bitte nicht angegriffen, wenn ihr euch im Text nicht wiedererkennt <3
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Ich sitze mit meinem Arbeitskollegen Friedrich im Auto. Friedrich ist 40 Jahre alt und eigentlich ein relativ angenehmer Reisepartner. Die meiste Zeit unterhalten wir uns gut. Meistens über die Arbeit. Manchmal aber auch über Privates – Musik, Hobbys, seinen Sohn. Wie gesagt: Mit Friedrich ist es eigentlich immer entspannt, aber als er mich an diesem Morgen irgendwo auf der Autobahn zwischen Nürnberg und München ansieht und nach einer kurzen Pause „Ich muss dich das jetzt mal fragen“ sagt, da weiß ich schon, dass das nix ordentliches werden kann. Und weil mein Kopf das auch weiß setzt sofort das ungute Bauchgefühl ein.
Noch nie kam nach einem „Ich muss dich das jetzt mal fragen“ so etwas…